Leitfaden
Stand: August 2026
Sechs Kapitel zu Recherche in öffentlich zugänglichen Quellen — für Journalistinnen, Anwälte, Treuhänder, Ermittelnde, Compliance und alle, die wissen wollen, was im Netz zulässig ist. Der Leitfaden ist ohne Konto lesbar und nützt auch jemandem, der stratdata nie benutzt.
Ein Fund ist keine Erlaubnis und kein Beweis. Im deutschsprachigen Raum sind das drei getrennte Fragen: Darf ich diese Quelle abfragen? Was steht dort wirklich? Und was trägt der Fund gegenüber einer Redaktion, einem Gericht, einem Geschäftspartner? Dieselben Grundbuchdaten stehen in Österreich gegen Gebühr offen, verlangen in der Schweiz ein glaubhaftes Interesse und in Deutschland ein dargelegtes berechtigtes. Deshalb schliesst jedes Kapitel nicht mit dem Ergebnis, sondern mit dessen Grenze.
Was ist OSINT?
01Was bedeutet Recherche aus offenen Quellen — und wo hört sie auf?
Definition, der Ablauf einer sauberen Recherche und die Grenzen des Begriffs. Der Ausgangspunkt für alle weiteren Kapitel.
Journalistische Recherche im Netz
02Wie prüft man Material auf Herkunft, Zeitpunkt und Ort?
Verifikation und Sorgfaltspflicht — welche Prüfschritte ein Fund braucht, bevor er tragfähig ist, und welche Fehler am häufigsten passieren.
Wann Recherche zu Stalking wird
03Wo endet zulässige Recherche und beginnt strafbare Nachstellung?
Die rechtliche Grenze in allen drei Ländern — Art. 181b StGB (Schweiz, seit 2026), § 238 StGB (Deutschland), § 107a öStGB — und was Betroffene tun können.
Öffentliche Register im DACH-Raum
04Welche Register stehen offen, welche verlangen ein Interesse?
Handelsregister, Grundbuch, Melderegister, Vereinsregister in Deutschland, Österreich und der Schweiz — mit den Unterschieden, an denen man leicht scheitert.
SHAB und Handelsregister
05Wie prüft man eine Firma in der Schweiz?
Was im Schweizerischen Handelsamtsblatt steht, wie Zefix, das kantonale Register und die UID zusammenspielen — und was ab dem Transparenzregister gilt.
Menschen im Internet finden
06Wie verknüpft man Name, E-Mail und Benutzername — und wo ist Schluss?
Methode und Grenzen, ausgehend vom Anlass: Schuldner, Erben, Zeugen, Geschäftspartner. Warum der häufigste Fehler die Verwechslung ist — und was fehlt.