Wissen · Tool-Anleitungen
OSINT per KI-Agent: eine Recherche in einem Satz beauftragen
Eine unbekannte Domain, eine IP-Adresse, ein Shop, der zu gut klingt — und dahinter die Frage: Wer steckt dahinter, und ist das seriös? Die Antworten liegen offen zugänglich in DNS-Einträgen, Whois-Daten, Zertifikaten und IP-Registern. Man muss nur wissen, welches der vielen Werkzeuge man in welcher Reihenfolge befragt und wie man die Rohdaten liest. Genau diesen Teil nimmt Ihnen der KI-Agent von stratdata ab: Sie beschreiben Ihr Anliegen in einem Satz, das Sprachmodell wählt die passenden Werkzeuge selbst aus, ruft sie nacheinander auf und fasst am Ende kurz zusammen. Jeder Schritt bleibt dabei sichtbar.
Was der KI-Agent für Sie übernimmt
Der KI-Agent hat Zugriff auf dieselben passiven Werkzeuge, die Sie auch einzeln von Hand bedienen könnten — nur entscheidet er anhand Ihrer Frage, welche davon nötig sind. Aus einem Auftrag wie «Untersuche example.com» wird so eine Kette aufeinander aufbauender Abfragen:
- DNS — welche Server, Mailrouten (MX) und Einträge eine Domain hat
- Whois / RDAP — wann eine Domain registriert wurde und über welchen Registrar
- Zertifikate & Subdomains — über Certificate-Transparency-Logs auffindbare Namen wie
login.oderzahlung. - IP-Intel — in welchem Netz und in welchem Land eine Adresse liegt
- Leak-Check und Firmenregister — Hinweise auf betroffene E-Mail-Adressen bzw. auf eingetragene Organisationen
- CVE-Check — ob die ausgelieferte Server-Version bekannte Schwachstellen hat
All das ist passiv: Der Agent liest nur, was Register und Server ohnehin öffentlich herausgeben. Einen aktiven Portscan (nmap mit dem vulners-Skript) führt er ausschliesslich aus, wenn Sie das für ein konkretes Ziel ausdrücklich freigeben — sinnvoll nur bei eigenen oder nachweislich autorisierten Systemen. Das Feature setzt ein Konto voraus.
Ein Auftrag, Schritt für Schritt
Ein erfundenes, aber typisches Beispiel: Sie stossen auf den Online-Shop muster-elektro.ch und wollen vor einer Bestellung wissen, ob er vertrauenswürdig ist. Der Auftrag an den Agenten lautet schlicht: «Untersuche muster-elektro.ch — ist dieser Shop seriös?». Der Agent arbeitet die Werkzeuge der Reihe nach ab und zeigt jeden Aufruf mit seinem Ergebnis:
In Sekunden liegt zusammengetragen vor, wofür man sonst fünf Werkzeuge einzeln bemühen müsste: eine sehr junge Domain, verdeckte Halterdaten, eine zahlung.-Subdomain und ein Widerspruch zwischen behauptetem Standort und tatsächlicher Technik. Das sind genau die Muster, auf die auch der Betrugswarner achtet — hier eingebettet in eine offene Recherche, bei der Sie jede Quelle selbst nachsehen können.
Warum jeder Schritt sichtbar bleibt
Der Agent nutzt ein Sprachmodell, und Sprachmodelle können sich irren — eine Kopfzeile falsch deuten, eine Subdomain überbewerten oder zwei Fakten unzulässig verknüpfen. Deshalb versteckt der Agent nichts hinter seiner Zusammenfassung: Er zeigt jedes aufgerufene Werkzeug und dessen Rohergebnis. So können Sie die Kurzfassung gegen die Quelle prüfen, statt ihr blind zu vertrauen. Die Zusammenfassung ist die Bequemlichkeit — die einzelnen Schritte sind die Kontrolle.
So gehen Sie vor
- Formulieren Sie ein klares Ziel statt einer vagen Frage — «Finde Subdomains und Zertifikate von example.com» führt zu präziseren Schritten als «Ist example.com gut?».
- Lesen Sie die Schritte, nicht nur die Kurzfassung. Klicken Sie sich durch die einzelnen Werkzeug-Ergebnisse und prüfen Sie die auffälligen selbst nach.
- Behandeln Sie Treffer als Ausgangspunkt. Ein Warnsignal ist ein Grund, genauer hinzusehen oder nachzufragen — nicht schon das Urteil.
- Aktive Scans nur mit Berechtigung. Geben Sie einen nmap-Scan ausschliesslich für eigene oder ausdrücklich freigegebene Ziele frei; Scans fremder Systeme ohne Erlaubnis sind strafbar.