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Domain-Sicherheit prüfen: das Domänen-Zeugnis auf einen Blick
Ob eine Domain gut abgesichert ist, sieht man ihr nicht an. Zwei Fragen tauchen im Alltag trotzdem ständig auf: Kann jemand in meinem Namen Mails verschicken, die echt aussehen? Und ist die Domain, die mir gerade geschrieben hat, überhaupt vertrauenswürdig? Beides lässt sich aus öffentlich sichtbaren Daten beantworten — nur liegen sie über ein halbes Dutzend Abfragen verstreut, und man muss wissen, wo man hinschaut. Das Domänen-Zeugnis fasst diese Abfragen zu einem Bericht zusammen und hält den Zustand fest, damit man ihn später belegen kann.
Was «Domain-Sicherheit prüfen» wirklich umfasst
Das Zeugnis liest drei Bereiche aus — alle aus dem öffentlichen DNS und aus öffentlichen Zertifikatsdaten, ohne Anmeldung und ohne das Ziel anzugreifen:
- Mailsicherheit.
SPFlegt fest, welche Server für die Domain senden dürfen;DKIMsigniert die Nachrichten;DMARCverbindet beides und sagt dem Empfänger, was mit Fälschungen geschehen soll.DNSSECsigniert die DNS-Antworten, damit sie unterwegs nicht manipuliert werden, undCAAschränkt ein, welche Stelle überhaupt Zertifikate ausstellen darf. - Zertifikat. Aussteller und Restlaufzeit des TLS-Zertifikats — ein abgelaufenes oder bald ablaufendes Zertifikat fällt sofort auf.
- Verwechslungsdomains. Ähnlich geschriebene Adressen (Tippfehler, vertauschte Endungen, mit Umlauten getarnte Buchstaben), die für Phishing genutzt werden könnten — samt Hinweis, ob sie registriert und aktiv sind.
Ein Domänen-Zeugnis im Beispiel
Für eine erfundene Domain muster-treuhand.ch könnte das Ergebnis so aussehen.
Die Gesamtbewertung fasst die Einzelbefunde in einer Ampel zusammen — von «Unauffällig» bis
«Dringender Handlungsbedarf»:
Zwei Dinge stechen heraus. Erstens: DMARC steht auf p=none — die
Domain beobachtet Fälschungen nur, weist Empfänger aber nicht an, sie abzulehnen. Bis
auf p=quarantine oder p=reject erhöht, bleibt Spoofing im eigenen Namen
praktisch möglich. Zweitens sind zwei Verwechslungsdomains registriert und aktiv — das gehört
im Auge behalten. Was das Zeugnis dabei nicht tut: Es liest keine E-Mail-Inhalte,
testet nicht, ob gerade tatsächlich gefälschte Mails verschickt werden, und nennt hinter einer
fremden Domain keinen Namen mit Sicherheit (WHOIS-Daten sind oft geschwärzt).
Warum der Zustand gesiegelt wird
Jedes Zeugnis wird beim Erstellen mit einem SHA-256-Fingerabdruck versehen und
über einen Prüflink abrufbar gemacht, der auf ?h= und 64 Zeichen endet. Ruft man
ihn auf, bestätigt stratdata nur, dass genau dieser Bericht erzeugt wurde und seither
unverändert ist — mehr nicht. Das ist nützlich, wenn man einen Befund über die Zeit dokumentieren,
einem Administrator vorlegen oder einer Meldung an den Registrar beilegen will: Der Bericht lässt
sich nachträglich nicht heimlich frisieren. Belegt ist damit der öffentlich sichtbare
Zustand zu einem Zeitpunkt — keine Aussage darüber, wer was beabsichtigt.
DMARC p=none heisst, dass der
Inhaber noch nicht durchsetzt, nicht dass in Ihrem Namen gefälscht wird. Das Zeugnis nutzt nur
öffentliche Daten (DNS, Zertifikats-Transparenz) und ist eine Momentaufnahme: DNS-Einträge
ändern sich, ein Zeugnis von heute beschreibt heute. Geht es um eine konkrete verdächtige
Nachricht, prüfen Sie diese zusätzlich mit dem Betrugswarner.So gehen Sie vor
- Domain eingeben — die eigene, um die Absicherung zu prüfen, oder eine fragliche, die Sie angeschrieben hat. Das Zeugnis entsteht in einem Durchlauf.
- Rote Punkte zuerst. Bei der eigenen Domain sind
DMARCundDNSSECdie typischen Baustellen — mit Ihrem Hoster oder Admin nachbessern (etwa DMARC schrittweise vonnoneaufrejectheben). - Verwechslungsdomains notieren und bei begründetem Verdacht dem Registrar oder der zuständigen Stelle melden — mit dem gesiegelten Zeugnis als Beleg.
- Zeugnis speichern und den Prüflink aufbewahren, um den Zustand später belegen oder mit einer erneuten Prüfung vergleichen zu können.
- Regelmässig wiederholen. Weitere OSINT-Prüfungen zur selben Domain finden Sie unter Alle Tools; den Auftrag können Sie auch dem KI-Agenten in normaler Sprache geben.