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Läuft meine Website auf veralteter Software?
Die meisten erfolgreichen Angriffe auf kleine Websites brauchen keinen genialen Hacker. Sie brauchen nur eine Software-Version, für die längst eine bekannte Lücke veröffentlicht ist — und eine Website, die diese Version freundlich in ihren Antwort-Kopfzeilen ausplaudert. Angreifer durchsuchen das Netz automatisiert genau danach. Die gute Nachricht: Sie können in Sekunden dasselbe sehen wie sie — und die Lücke schliessen, bevor jemand sie nutzt.
Woran ein Server seine Version verrät
Jede Website antwortet auf eine Anfrage mit Kopfzeilen. Drei davon verraten oft die eingesetzte Software:
Server:— etwaApache/2.4.7 (Ubuntu)odernginx/1.18.0X-Powered-By:— etwaPHP/7.4.3<meta name="generator">in der Seite — etwaWordPress 5.8
Steht dort eine konkrete Versionsnummer, lässt sich in einer öffentlichen Datenbank — der National Vulnerability Database (NVD) — nachschlagen, welche CVEs (offiziell erfasste Schwachstellen) für genau diese Version bekannt sind, samt Schweregrad (CVSS-Wert von 0 bis 10).
Ein Beispiel
Der Testserver scanme.nmap.org (vom nmap-Projekt ausdrücklich zum Üben
freigegeben) nennt in seiner Kopfzeile Apache/2.4.7. Ein einziger, ganz
normaler Seitenaufruf genügt, um das zu lesen. Die NVD kennt zu dieser Version zahlreiche
Lücken — die schwersten zuerst:
Ein CVSS von 9.8 ist «kritisch». Es lohnt sich also, hinzusehen. Aber — und das ist der wichtigste Satz dieses Beitrags:
So prüfen Sie Ihre eigene Website
Auf stratdata gibt es dafür das Werkzeug CVE-Check: Sie geben Ihre Domain ein, es ruft einmal die Startseite ab, liest die Versions-Kennungen und fragt die NVD ab. Kein Portscan, kein Angriff — nur das, was jeder Browser ohnehin sieht. Wer möchte, kann denselben Auftrag auch dem KI-Agenten in normaler Sprache geben («Prüfe, ob meine Website veraltete Software ausliefert»).
Wenn eine Version mit Lücken auftaucht
- Aktualisieren Sie die betroffene Software — bei Baukästen wie WordPress inklusive Themes und Plugins.
- Blenden Sie die Version aus. Ein Server, der seine Version
verschweigt, taucht in den automatisierten Suchen der Angreifer gar nicht erst auf
(Apache:
ServerTokens Prod; nginx:server_tokens off). - Prüfen Sie regelmässig — Lücken werden laufend neu bekannt. Was heute unauffällig ist, kann in einem Monat eine bekannte Schwachstelle sein.
Wo die passive Prüfung endet
Der CVE-Check sieht nur die Webschicht und nur, was der Server preisgibt. Offene Ports, andere Dienste (SSH, Datenbanken) oder eine absichtlich versteckte Version findet er nicht — dafür braucht es einen aktiven Scan mit Portabfrage, der Pakete an das Ziel sendet und nur mit ausdrücklicher Berechtigung zulässig ist. Für die eigene Website, die man besitzt, ist das erlaubt; gegen fremde Systeme ist es ohne Einwilligung unzulässig und kann strafbar sein.