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Subdomains finden: versteckte Server über Certificate Transparency aufspüren

Wie öffentlich protokollierte TLS-Zertifikate selbst nie verlinkte Adressen wie vpn., staging. oder intern. sichtbar machen.

Fast jede Organisation betreibt mehr Server im Netz, als auf ihrer Website verlinkt sind: ein Test-System, ein VPN-Zugang, ein internes Werkzeug, eine alte Kampagnenseite. Diese Adressen stehen in keinem Menü und in keiner Sitemap – erreichbar sind sie trotzdem. Wer Subdomains finden will, ohne die Zielserver anzutasten, hat mit Certificate Transparency eine überraschend ergiebige, rein öffentliche Quelle. Genau darauf baut das Werkzeug «Zertifikate & Subdomains» auf.

Was Certificate Transparency verrät

Seit 2018 verlangen die grossen Browser, dass jedes öffentlich vertrauenswürdige TLS-Zertifikat in sogenannte CT-Logs eingetragen wird – öffentliche, nur anfügbare Verzeichnisse, die von unabhängigen Stellen geführt werden. Gedacht ist das, um falsch ausgestellte Zertifikate aufzudecken. Als Nebeneffekt entsteht ein durchsuchbares Protokoll nahezu aller jemals ausgestellten Zertifikate.

Jedes Zertifikat trägt die Namen, für die es gilt: im Feld «Common Name» und in den «Subject Alternative Names». Stellt eine Firma ein Zertifikat für staging.beispiel-ag.ch aus, steht dieser Name ab sofort dauerhaft in einem öffentlichen Log – ganz gleich, ob die Seite je verlinkt oder von Google indexiert wurde. Das Werkzeug fragt diese Logs ab und listet die gefundenen Namen zu einer Domain auf. Der Vorgang ist passiv: Er liest nur aus einem Archiv und schickt keine einzige Anfrage an die Server der Zielorganisation.

Ein Beispiel: Was in den Logs auftaucht

Eine Abfrage für die fiktive Domain beispiel-ag.ch könnte so aussehen:

$ Werkzeug «Zertifikate & Subdomains» → beispiel-ag.ch Namen aus den CT-Logs (7 Treffer): www.beispiel-ag.ch gültig bis 2026-11-02 shop.beispiel-ag.ch gültig bis 2026-10-18 mail.beispiel-ag.ch gültig bis 2027-01-05 vpn.beispiel-ag.ch gültig bis 2026-09-30 (nirgends verlinkt) intern.beispiel-ag.ch gültig bis 2026-12-20 (nirgends verlinkt) staging.beispiel-ag.ch abgelaufen 2025-04-11 (evtl. offline) *.beispiel-ag.ch Wildcard – verdeckt die Namen

Interessant sind hier vor allem vpn. und intern.: Namen, die man auf der Website nie zu sehen bekommt, die aber über das Zertifikat verraten wurden. Genau solche vergessenen oder nicht beworbenen Zugänge sind es, die bei einer Sicherheitsprüfung zuerst kontrolliert werden.

Warum das nützlich ist – und wo die Grenze liegt

Für Verantwortliche ist die Liste eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche meiner Server sind öffentlich sichtbar, und läuft auf jedem noch etwas Aktuelles? Für die Recherche liefert sie einen Startpunkt, um die Angriffsfläche einer Organisation zu verstehen – ohne einen einzigen Verbindungsversuch zum Ziel. Wer das Ganze im Auftrag durchführen lassen möchte, kann den KI-Agenten damit beauftragen.

Zwei Dinge kann das Verfahren aber nicht:

Ein Fund in den CT-Logs ist ein Hinweis, kein Beweis. Er zeigt, dass für einen Namen ein Zertifikat existierte – nicht, dass der Server aktiv ist, dass er der vermuteten Firma gehört oder dass dort verwertbare Dienste laufen. Prüfen Sie nur Systeme, für die Sie eine Berechtigung haben. Die Daten selbst sind öffentlich; das Zusammentragen und Auswerten sollte trotzdem verhältnismässig und zweckgebunden bleiben.

So gehen Sie vor

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