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E-Mail-Header analysieren: woher eine Mail wirklich kommt

Der sichtbare Absender lässt sich fälschen — der Header verrät den tatsächlichen Zustellweg.

Eine E-Mail sieht aus wie von Ihrer Bank, dem Paketdienst oder einer Kollegin. Doch der Name im Absenderfeld ist nur ein Etikett: Er lässt sich frei eintragen, ähnlich wie der Absender auf einem Briefumschlag. Wer wissen will, über welche Server eine Nachricht tatsächlich gelaufen ist und ob der angezeigte Absender überhaupt echt sein kann, muss den E-Mail-Header lesen. Dort protokolliert jeder beteiligte Mailserver seinen Teil des Weges. Genau das nutzt das Werkzeug «E-Mail-Header-Analyse»: Es zerlegt die Received-Kopfzeilen zum Zustellweg, wertet die Prüfergebnisse für SPF, DKIM und DMARC aus und zeigt die Ursprungs-IP. Das Werkzeug läuft vollständig im Browser — die Kopfzeilen verlassen Ihren Rechner nicht.

Was im Header steht

Jede E-Mail besteht aus zwei Teilen: dem sichtbaren Inhalt und dem meist verborgenen Header mit technischen Kopfzeilen. Die wichtigsten für die Herkunftsanalyse sind:

Wichtig: Verlässlich sind nur die Zeilen, die Ihr vertrauenswürdiger Anbieter selbst hinzugefügt hat. Alles, was ein Absender-Server weiter unten eingetragen hat, kann er ebenso gut erfunden haben.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Angenommen, Sie erhalten eine Mail, die vorgibt, von «Ihre Bank» zu stammen. Der relevante Ausschnitt des Headers sieht so aus:

Received: from mail.konto-check-secure.example (mail.konto-check-secure.example [203.0.113.47]) by mx.ihr-provider.ch with ESMTP; Tue, 18 Aug 2026 09:14:22 +0200 From: "Kundenservice Ihre Bank" <service@ihre-bank.example> Return-Path: <bounce@konto-check-secure.example> Authentication-Results: mx.ihr-provider.ch; spf=fail (ihre-bank.example erlaubt 203.0.113.47 nicht); dkim=none; dmarc=fail Subject: Ihr Konto wurde voruebergehend gesperrt

Drei Dinge fallen auf: Der angezeigte Absender lautet @ihre-bank.example, doch eingeliefert wurde die Mail über den Server konto-check-secure.example mit der IP 203.0.113.47 — und auch der Return-Path zeigt auf diese fremde Domain. Das Ergebnis spf=fail bedeutet, dass die Bank-Domain diesen Server gar nicht zum Versand berechtigt hat. dkim=none heisst, es gibt keine gültige Signatur, und dmarc=fail fasst zusammen, dass die Nachricht die Richtlinie der angeblichen Absender-Domain nicht erfüllt. In Summe ist das ein sehr deutliches Warnsignal.

SPF, DKIM und DMARC in einem Satz

Ein «pass» bei allen drei Prüfungen ist ein gutes Zeichen — aber kein Freibrief. Betrüger können auf einer eigenen, ähnlich klingenden Domain durchaus gültige Einträge einrichten. Umgekehrt kann ein «fail» harmlose Ursachen haben, etwa eine Weiterleitung, die SPF technisch bricht. Das Werkzeug liest die Ergebnisse, die Ihr Mailanbieter bereits vermerkt hat; es identifiziert keine Person hinter einer Adresse.

Der Header zeigt, welcher Server eine Mail eingeliefert hat — nicht, welche Person dahintersteht. Eine IP-Adresse kann zu einem gekaperten Server, einem Massenhoster oder einem VPN gehören; ihre geografische Zuordnung ist nur ungefähr. Auch bestandene SPF/DKIM/DMARC-Prüfungen belegen bloss die Domain, nicht die Ehrlichkeit des Inhalts. Behandeln Sie die Ergebnisse als Hinweise, nicht als Beweise. Und bedenken Sie: Header enthalten mitunter interne Servernamen oder Ihre eigene IP — geben Sie sie nicht unbedacht weiter.

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