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Automatisierter Pentest mit KI: was der Agent macht und bringt

Der KI-Agent übernimmt die Aufklärung — die erste Phase jedes Pentests — und stoppt dort, wo Angreifen anfängt.

Ein klassischer Penetrationstest kostet Zeit und Geld und findet für die meisten kleinen Firmen höchstens einmal im Jahr statt — wenn überhaupt. Angreifer dagegen durchsuchen das Netz rund um die Uhr, vollautomatisch, auf der Suche nach der einen bekannten Lücke. Der erste Schritt jedes Pentests, die Aufklärung (englisch reconnaissance), lässt sich heute weitgehend automatisieren — und genau das tut unser KI-Agent. Er sammelt in Minuten, was ein Prüfer sonst mühsam von Hand zusammenträgt, und legt Ihnen eine nach Dringlichkeit sortierte Liste vor. Was er dabei tut, und wo er bewusst haltmacht, steht hier.

Was «automatisierter Pentest mit KI» hier bedeutet — und was nicht

Ein vollständiger Pentest läuft grob in vier Phasen ab: aufklären, scannen, ausnutzen, berichten. Der Begriff «automatisierter Pentest» wird im Marketing gern für alles benutzt — wir meinen damit ausdrücklich nur die ersten beiden Phasen. Der Agent verschafft sich ein Bild des Ziels und findet mögliche Schwachstellen. Er bricht nicht ein, nutzt keine Lücke aus, verändert keine Daten und bestätigt nicht, dass ein Fund wirklich ausnutzbar ist. Er liefert Hinweise samt ihrer Priorität — die Bewertung und das Schliessen bleiben bei Ihnen oder Ihrem Sicherheitsdienstleister. Geht es nicht um Ihre Systeme, sondern um eine verdächtige Nachricht, ist übrigens der kostenlose Betrugswarner das passendere Werkzeug.

Die passive Aufklärung: alles aus öffentlichen Quellen

Der Grossteil der Arbeit passiert, ohne das Ziel überhaupt spürbar zu berühren — nur mit Abfragen, die jeder stellen darf. Der Agent bündelt dafür mehrere Werkzeuge:

All das ist passiv: keine Portscans, keine Angriffspakete — nur das, was ohnehin öffentlich einsehbar ist.

Der aktive Scan — nur mit Ihrer ausdrücklichen Freigabe

Wollen Sie tiefer schauen, kann der Agent einen aktiven Scan fahren: nmap klopft die Ports ab und erkennt Dienste und Versionen, das Zusatzskript vulners gleicht diese gegen eine Schwachstellen-Datenbank ab. Das sendet echte Pakete an das Ziel und ist deshalb nur auf Ihre ausdrückliche Freigabe und nur gegen Systeme erlaubt, die Ihnen gehören oder für die Sie eine Erlaubnis haben. Gegen fremde Systeme ist es strafbar. Die Funde sortiert der Agent nicht bloss nach CVSS (dem Schweregrad von 0 bis 10), sondern hebt zusätzlich alles hervor, was in der KEV-Liste steht — dem Katalog der US-Behörde CISA über Lücken, die nachweislich aktiv ausgenutzt werden. Eine solche Lücke gehört nach vorn, auch wenn ihr reiner CVSS-Wert niedriger ist:

Aktiver Scan (nach Freigabe) — mein-server.example Freigabe: eigene Domain · nmap -sV --script vulners · 21.08.2026 PORT DIENST VERSION 80/tcp http Apache 2.4.49 443/tcp https Apache 2.4.49 22/tcp ssh OpenSSH 8.2p1 — keine bekannte kritische Lücke Befunde, sortiert nach realem Risiko (KEV vor reinem CVSS) 7.5 KEV CVE-2021-41773 Apache — Path Traversal, steht auf der CISA-Liste aktiv ausgenutzter Lücken 9.8 CVE-2021-44790 Apache — Pufferüberlauf, höchster CVSS, aber nur bei aktivem mod_lua … weitere Versions-Treffer nachrangig — erst nach den oberen prüfen

Hier steht die 7.5er-Lücke bewusst über der 9.8er: Sie wird real ausgenutzt, während die zweite nur unter einer bestimmten Konfiguration überhaupt greift. Genau diese Umsortierung ist der Mehrwert — sie sagt Ihnen, in welcher Reihenfolge sich das Handeln lohnt.

Ein Fund ist ein Hinweis, kein Beweis. Dass eine Version in einer Datenbank Lücken hat, heisst nicht, dass Ihr System angreifbar ist: Das Update der Distribution kann die Lücke längst geschlossen haben, das Versions-Banner kann veraltet oder falsch gesetzt sein, und viele Lücken greifen nur unter einer bestimmten Konfiguration. Der Agent unternimmt keinen Ausnutzungsversuch — er sagt Ihnen, wo Sie zuerst hinsehen sollten, nicht, dass dort tatsächlich eine offene Tür ist. Und er sammelt nur, was zur Sicherheitsprüfung nötig ist; personenbezogene Daten Dritter gehören nicht in eine solche Recherche.

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